Montag, 3. Oktober 2005 - Topkapi
Wetter, erst bedeckt, später sonnig, Schauer, Niesel und wieder Sonne
Treffen mit Daniel um 8:30 - Ausflugsziel: Topkapi.
Erste Station: Harem
Schild zum Harem Hier darf man sich nur führen lassen. Zeit: 30 Minuten. Frühes Kommen lohnt sich, ab Mittag sind die Schlangen vor der Kasse endlos, und man hat keine Garantie, noch reinzukommen. Fotografieren ist hier erlaubt. Wenn man es in dem Gedrängel schafft ;)
Führung durch das Harem. Tipp - kurz nach der Öffnung Ticket für Topkapi lösen. Dann zum Schalter für den Harem. Führungen gibt es dort alle 30 Minuten, allerdings kann es auch passieren, dass man keine mehr erwischt, da der Andrang sehr groß ist. Zum ersten Mal Kontakt mit furchtbaren Touristen. Lautes Geschnatter, dass man die Texte der Führung nicht versteht, am besten mit den mobilen Führern ausstatten, die es am Eingang in verschiedenen Sprachen zu mieten gibt und auch für den Rest des Palastes sehr nützlich ist. Viel Zeit zum Schauen hat man nicht. Die Führung ist auf 30 Minuten begrenzt, ein Wächter passt auf, dass man den Anschluss an die Gruppe nicht verliert.
Der Harem (arab. "das Verbotene") war für Außenstehende unzugänglich. Hier lebten neben den rechtmäßigen Gemahlinnen auch die Konkubinen, die Töchter, die Mutter und weitere weibliche Familienangehörige des Sultans. Der Harem besteht aus einem Labyrinth von mehr als 300 ineinander verschachtelten Räume, von denen man während der Führung natürlich nicht alle zu sehen bekommt.
Schatzkammer
Auch sehr gut besucht, die Schatzkammer. Hier sind unter anderem der Topkapi-Dolch und der Löffler-Diamant ausgestellt. Der Löffler-Diamant gehört zu den größten seiner Art. Ein doppeltes Silberband mit 49 Brillanten hält ihn. Was mir hier zum ersten Mal unangenehm auffällt: Trotz der überall hängenden Schilder, das in der Schatzkammer nicht fotografiert werden darf, versuchen es die Touristen trotzdem. Ab und zu sollte man seiner Dokumentationslust Einhalt gebieten können.
Zu den Fotos. Außen und Innen Topkapi-Palast - halt alles was man fotografieren durfte: Topkapi am Montag
Reliquiensammlung
Peinlich berührt von den fotografierenden Touristen war ich auch im Trakt der heiligen Reliquien des Islam. Auch dort absolutes Fotografier- und Filmverbot. Aber dreiste Hobbyfotografen stellten sich vor den Geistlichen, der Koranverse sang, um ein Bild vom ihm zu erhaschen. Tja - muss man sich wundern, wenn türkische Landsleute sich nicht wirklich erklären können, warum man sich an Landessitten anpassen soll? Schaffen die Besucher in der Türkei offensichtlich auch nicht.
Aber sei's drum. Das Topkapi ist auf jeden Fall Besuch wert.
Suleiman Moschee
Zurück im Hotel gegen 13:00 Uhr. Da es zwischendurch geregnet hatte, die nasse Kleidung gegen trockene getauscht.
Mittagessen im Karadeniz, kleines Restaurant vorm Hotel. Aile Pide v Kerap Solono, Kiremit Kebab.
Small Talk mit Housi. Zu Fuß zur Sülyman Moschee. Den alten Basar entdeckt. Dort - wie fast überall, ein Riesengewimmel. Das Basargelände ist ein altes Gebäude unter zwölf Kuppeln. Nach Moschee-Besichtigung – diesmal mit Koptuch für mich, hinaus in den Regen. Beeindruckend, als wir aus der Moschee kommen, der Ruf zum Gebet. Das konnte ich mit meiner Kamera auf Video bannen. Ich bekomme noch immer eine Gänsehaut, wenn ich es mir anhöre.
Zu den Fotos: Süleyman-Moschee
Video kommt später, wenn ich eine Möglichkeit gefunden habe, die 30 MB mit irgend etwas zu komprimieren.
Abends
18:00 Treffen mit Gabi, Caro bei Housi. Kurzer Besuch der Yeni Moschee. Danach Muriel aus Jugendherberge abgeholt. Muriel, 31 Jahre alt, gerade aus Bulgarien angereist, Französin – ständig auf Reisen, sozusagen eine Weltenbummlerin.
Essen im Buhara. War wohl bei den anderen recht lecker, mein Essen – Aubergine + Joghurt war eiskalt.
Locationwechsel
Erster Kontakt mit Apfelwasserpfeife und –tee. Apfeltee resp. Elma-Cai zu meinem persönlichen Favoriten erklärt. Tavla-Unterricht (Backgammon) von Gabi für Muriel und Silvan im Marmara mit Blick auf Marmara Sea. Schlummertrunk bei Housi. Und nachts noch mal schnell die Blaue - oder jetzt besser "Goldene" Moschee fotografiert.

